Hoffmanns Büdchen (30) – Hoffmanns Gendern oder die Angst vor dem generischen Femininum

Herr Hoffmann steht hinter seiner Theke. Der Kiosk Betreiber will heute seinen ersten Post in einem Internet Forum abschicken (Herr Hoffmann ist nicht altmodisch, er ist nur langsam). Glücklicherweise kommen kurz bevor er die Nachricht absenden kann, die beiden Stammkunden und – man kann es sagen – Freunde Lukas und Paket Paul in den Laden. Beide bemerken, in welche gefährliche Lage sich der Büdchen Kaufmann bringt, wenn er den „Post“ absetzt, denn Herr Hoffmann hat sich in einem Politik Forum dem Kriegsschauplatz Identitätspolitik gewidmet.

„Warum?“, fragen sie beide und wollen auf jeden Fall vorher den „Post“ lesen, der sich mit dem generischen Femininum beschäftigt und Herrn Hoffmanns Meinung wiedergibt, dass man das ganze „Gendern“ doch einfach umschiffen kann.

„Herr Hoffmann, wenn du das postet, ist der Shit Storm perfekt“, sagt Lukas und Paket Paul stimmt ihm hektisch mit den Armen winkend zu. „Da stichst du in ein Wespennest“, sagt der Paket Bote. „Es geht doch gar nicht ums richtige Gendern; es geht ums Recht haben“, ergänzt er. „Nehmt ihr das nicht zu wichtig. Ich will doch nur mal etwas dazu schreiben, mich an der Diskussion beteiligen.“ Lukas lacht. „Diskussion?“ Herr Hoffmann versteht nur Bahnhof. „Herr Hoffmann, beim generischen Femininum gibt es nur schwarz oder weiß, das sage ich dir als Freund“, erklärt Paket Paul mit einem ernsten Gesicht.

Später steht Herr Hoffmann wieder alleine hinter der Theke. Er musste seinen Freunden versprechen, den „Post“ nicht abzuschicken Sie empfahlen ihm erst einmal etwas weniger Sensibles. „Vielleicht mal was lustiges über die Deutsche Bahn“, riet Lukas.

Herr Hoffmann hat am Ende gar nichts gepostet. Aber er ist nachdenklich geworden. Was soll das denn für eine neue digitale Meinungsfreiheit sein, in der es nur schwarz und weiß gibt und kritische oder auch falsche Meinungen so angegangen werden.

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