Sitzt Gott im Gehirn, oder wie ist es wirklich, einen großen Haufen auf den Klimawandel zu machen?“

In meiner Wochenzeitung gibt es eine Kolumne „Wie es wirklich ist.“ Hier dürfen Leser*innen zu Wort kommen und über ihre tragischen, komischen und absurden Erlebnisse mit unserer Republik und ihren Strukturen berichten.

So heißt es aktuell: Wie es wirklich ist, in den Herbstferien vom BER zu fliegen.

Ein, laut Eigenaussage, angesehenerArchitekt berichtet: Er hatte Wartezeit beim Check In. Ja, viele Menschen hatten Wartezeit beim Check In. Anderthalb Stunden (in Zahlen 90 Minuten) musste man warten.

Und das, wo man in den Urlaub fliegen wollte, den man sich so verdient hat (er ist ein vielbeschäftigter, angesehener Architekt, der Herr Baumeister). Die schönste Zeit des Jahres und dann 90 Minuten Verspätung! Geht doch nicht, sagt er.

Eine ältere Dame ist dann auch noch wegen des medizinischen Mund-Nase Schutzes und der unverhältnismäßigen langen Wartezeit umkippt. 90 Minuten warten. Das erträgt doch keiner, sagt er.

Glücklicherweise half die Frau des Architekten als Ersthelferin – und das vor dem Urlaub, dem Verdienten. Mit einem Stück Schokolade konnte sie der armen, alten Frau, die nur den Wunsch hatte, ein letztes Mal in den Urlaub fliegen zu können, helfen. Aber was, wenn sie das nächste Mal nicht vor Ort ist? Wird die alte Dame überhaupt noch einmal fliegen können? Sicher nicht vom BER, sagt der Herr Architekt.

Nein, es war furchtbar, in den Urlaub zu fliegen, berichtet er. Mit 90 Minuten Verspätung hob man ab. Da wäre man mit dem SVU schon fast in Frankreich gewesen.

Aber am Ziel wartete der Mietwagen. Gott sei dank. Noch kann man sich einen Verbrenner ausleihen. Noch kann man überhaupt mit den Kindern in den Urlaub fliegen. Noch darf man Kurzstrecke fliegen.

Aber wie lange noch? Der Architekt weiß es nicht. Aber er weiß: Alle unfähig.

Und ich, der Leser, weiß jetzt, wie es wirklich ist, mitten im Klimawandel zu stecken, und drauf zu scheißen.

Also flieg weiter, kleiner Architekt.

Flieg weiter und singe das Lied, das “Mir ist die Welt scheiß egal – Lied”.

Tina – ist das nicht prima
Was für ein Klima;
Haben wir hier schlechtes Klima
Fahren wir sofort nach Lima.

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