Notizen aus dem Reihenhäuschen – Das Kind glotzt TV

Mein Kind guckt kein Fernsehen“, sagt Jana, die Mutter von den Löwenmäulchen Juno und Jano . „Respekt“, sage ich. „Meins schon.“ Glücklicherweise ja eher die Regel als die Ausnahme, sich mit einer Netflix-Staffel Bibi und Tina ein bisschen eigenes Leben zwischen Bastelsternen und dem „für Kinder so wichtigem“ Einkaufsladen-Rollenspiel zu verschaffen.

Auf den Spielplätzen hängen Dutzende Elternzeit-Papas herum, die sich über die neuesten Staffeln Biene Maya, Eselchen Troto oder Patterson und Findus unterhalten.

Was? Du kennst „Mia and me“ nicht? Also… das ist so schön. Ein junges Mädchen, was mit ihrem Zauberamulett ins Elfenreich reisen kann und dort auf Einhörner reitend Abenteuer erlebt. Ach, meine kleine Edda liebt es. Und wir auch. “ (*blödes Lachen*)

Du, das merke ich mir.“ (*blödes Lachen 2*) „Da ist das Wochenende ja wieder gerettet. (…) Anna! Anna! Nimm deinen Finger aus dem Popo. Wenn es juckt, müssen wir das noch mal ordentlich sauber machen.“ (*blödes Lachen 3*)

Nicht selten sieht man die Leidenschaften auch auf dem T-Shirt gedruckt. Früher noch ein flottes Nirwana oder Metallica Shirt. Heute ein Bibi & Tina Männer-Shirt. Laut Zalando ein Muss für Ihn. „Mit Bibi & Tina & Amadeus & Sabrina solidarisiert Man(n) sich auf ganz besondere Art mit seinen Kids“, betont der Online Katalog.

Und hier auf dem Spielplatz trägt Man(n) gerne dick auf, denke ich. Vor allem wenn es mit der Alten zu Hause eigentlich gar nicht mehr läuft und man sich zwischen Kita und Spielplatz schon längst auf neue Entdeckungsreisen durchs Mutter-Land aufgemacht hat.

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