Billiglohnländerkinderarbeit oder „ich konsumiere, also bin ich“

In den Nachrichten sagen sie, der Konsumklimaindex – welcher die Konsumneigung der Privathaushalte widerspiegelt – steigt wieder. Der Konsument kriegt gute Laune, Konsumlaune.

Nach den Corona Beschränkungen ist das neue, alte Leitmotiv für den modernen Mann, die moderne Frau und alle modernen Anderen: „Ich konsumiere – viel und billig -, also bin ich.

Dazu passt: Ich arbeite – viel und billig -, also bin ich ein Billiglohn – Landarbeiterkind, nähe mich geschwind in die erste Klasse rein, oh fein.

Du Mutti? Übermorgen besorgst du uns mal lecker Eisbein?

Ach klar.

Hui, das ist… ähhh fein.

Im Radio sagen sie, Spanien, die Balearen, die Kanaren brauchen den deutschen Urlauber. Viele Existenzen hängen am Tourismus. Ich sage: Ich konsumiere – viel und billig – also bin ich bald wieder im Ferienflieger. Denn Urlaub rettet Leben, mit meiner Auszeit bezahl ich deine Ausbildung, mache ich dich zum Sieger.

Du Mutti? Morgen besorgst du uns mal lecker Eisbein?

Ach klar.

Hui, das ist… ja fein.

Deine und meine Informationsblase schreibt: Der rumänische Tier- Zerleger in deutschen Schlachtanstalten hat nicht mehr genug, um seine Familie zu unterstützen. Es fehlt an Geld für Ausbildung, Pflege der Alten, Versorgung der Familie. Der Mann ist in Existenznot.

LockDown und Schnitzel- Verzicht kostet Leben.

Ich sage: Lieber Billiglohnlandarbeiter, Tierzerleger, Hosennäher, ich bin ein guter Mensch. Ich konsumiere viel und billig, also bin ich nicht nur Schnitzel-Esser, auch Hosenträger.

Also lasst uns den Konsum pflegen, denn Billiglohnländerkinderarbeit rettet Leben.

Ach, und heute Eisbein?

Klaro!

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