{"id":562,"date":"2018-01-10T13:19:11","date_gmt":"2018-01-10T12:19:11","guid":{"rendered":"http:\/\/ruhmundelend.de\/Blog\/?p=562"},"modified":"2018-01-10T13:33:22","modified_gmt":"2018-01-10T12:33:22","slug":"ueber-montage-handtrockner-und-die-bedeutung-einer-warmen-mahlzeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ruhmundelend.de\/Blog\/2018\/01\/10\/ueber-montage-handtrockner-und-die-bedeutung-einer-warmen-mahlzeit\/","title":{"rendered":"\u00dcber Montage, Handtrockner und die Bedeutung einer warmen Mahlzeit"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_561\" aria-describedby=\"caption-attachment-561\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-561 size-medium\" src=\"http:\/\/ruhmundelend.de\/Blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG_1657-e1515586607349-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/ruhmundelend.de\/Blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG_1657-e1515586607349-300x225.jpg 300w, http:\/\/ruhmundelend.de\/Blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG_1657-e1515586607349-768x576.jpg 768w, http:\/\/ruhmundelend.de\/Blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG_1657-e1515586607349-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/ruhmundelend.de\/Blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG_1657-e1515586607349.jpg 1632w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-561\" class=\"wp-caption-text\">Kalter Reis im Blechpott mit scharfem Huhn \u00fcberm Teelicht<\/figcaption><\/figure>\n<p>M\u00fcnster. Montag, 8 Januar. Mittagspause. Ich sitze bei einem Chinesen oder Thail\u00e4nder bestelle Reis mit Huhn. Manchmal bestelle ich auch Schwein mit Reis oder was anderes. Nur Fisch bestelle ich eigentlich nicht, weil ich nicht wei\u00df, wo der Fisch herkommt und man den Leuten ja nicht unter den Rock gucken kann oder in die K\u00fcche.<br \/>\nAlso ich bestelle Reis mit Huhn und gucke mich um. Hier und da sitzen \u00e4ltere Herrschaften in dem Restaurant. Man unterh\u00e4lt leise \u00fcber den Tisch hinweg; Einkaufstipps, Ger\u00fcchte \u00fcber die Nachbarn, Besorgungen, die noch erledigt werden m\u00fcssen. \u00dcber den Tisch hinweg wird getuschelt, geredet, gekl\u00e4rt.<br \/>\n\u201eEinmal die Achtzehn. Bitte, der Herr. Guten Appetit w\u00fcnsche ich.\u201c Der Tisch gegen\u00fcber bekommt sein Essen. Man konzentriert sich auf Reis mit Huhn oder Reis mit Ente. Genau l\u00e4sst sich das von meinem Tisch nicht ausmachen.<br \/>\n\u201eGeht es dir jetzt besser?\u201c Ein Mann nickt. \u201eBisschen besser.\u201c Seine Frau guckt erleichtert. Gott sein dank, es geht ihm besser, steht in ihrem Gesicht. Ja, Essen hilft, denke ich. Frei \u00fcbersetzt,\u00a0 sagten das schon die alten \u00c4gypter. Und man braucht was Warmes im Bauch, das sagte schon meine Mutter. \u201eHast du heute was Warmes gehabt? Du wei\u00dft, wie wichtig es ist, was Warmes im Bauch zu haben?\u201c, fragt sie immer. \u201eJa, Mutter\u201c, sage ich dann, auch wenn ich gar nicht Warmes hatte. Ich wei\u00df aber auch nicht, warum es wichtig ist, was Warmes im Bauch zu haben. Ich glaube, so einem Bauch ist es ganz egal, ob das Essen warm ist oder nicht.<br \/>\nIch gehe mir kurz die H\u00e4nde waschen, bevor der Reis mit Huhn, kommt. Ich habe das von Hause mitbekommen. Das sagt man so, dass man was von zu Hause mitbekommen hat. Ich habe mitbekommen, dass man sich vor dem Essen die H\u00e4nde w\u00e4scht.<br \/>\nTats\u00e4chlich kenne ich Restaurants und Gastst\u00e4tten, wo man sich vorher nicht die H\u00e4nde waschen m\u00f6chte. Sie, die H\u00e4nden, sind nachher gef\u00fchlt dreckiger als vorher, vom Gef\u00fchl dreckiger. Also wenn das Klo aussieht wie die WC Anlage auf der A1 Parkplatz Buddenkuhle, dann hat man so ein Gef\u00fchl von Dreck. Die Frau sagt immer, dass sie bestimmt wieder Herpes kriegt, nachdem sie auf solchen Klos war. Ich kriege kein Herpes auf solchen Klos. Ich kriege allerdings auch kein Herpes, habe ich noch nie bekommen. Man sagt, alle kriegen Herpes, aber bei manchen dr\u00fcckt sich das nicht \u00e4u\u00dferlich, \u00fcber die Haut, aus. Bei mir dr\u00fcckt sich das Herpes nicht \u00e4u\u00dferlich aus.<br \/>\nDas Klo beim Thail\u00e4nder oder beim Chinesen ist recht sauber. Hier kriegt auch die Frau kein Herpes, denke ich. Allerdings haben sie einen F\u00f6n f\u00fcr die H\u00e4nde auf dem Klo. Ich lehne den F\u00f6n f\u00fcr die H\u00e4nde ab. Seine H\u00e4nde unter einen F\u00f6n zu halten, weil man Papiert\u00fccher sparen oder Stoffhandt\u00fccher nicht waschen m\u00f6chte, empfinde ich als unangenehm. Ich nutze aber auch selten einen Haarf\u00f6n. F\u00f6ne sind keine Dinge, die ich vermissen w\u00fcrde, wenn es sie nicht g\u00e4be. Ich w\u00fcrde auch den Erfinder des F\u00f6ns nicht auf die Schulter klopfen und ihm f\u00fcr seine Erfindung danken. Der F\u00f6n ist f\u00fcr mich eine \u00fcbersch\u00e4tzte Erfindung. Der Handf\u00f6n sogar ein Unding. Der Handf\u00f6n beim Chinesen oder Thail\u00e4nder hei\u00dft Air Wolf, das soll wohl seine St\u00e4rke ausdr\u00fccken. Wegen dem Wolf im Namen. Ein Wolf ist ein starkes Tier. Der Air Wolf ist ein starker Hand F\u00f6n.<br \/>\nAls ich vom H\u00e4ndewaschen vor dem Essen zur\u00fcckkommen, steht meine Bestellung schon auf dem Tisch. \u201eDie Nummer Sechsundvierzig. Bitte, der Herr. Guten Appetit,\u201c ruft die chinesische oder thail\u00e4ndische Kellnerin. \u201eDanke.\u201c Ich lasse es mir schmecken. Klappt aber nicht, weil es eben nicht schmeckt. Wenn sie mich nachher fragt, wie das Essen geschmeckt hat, werde ich sagen, dass das Huhn wenigstens dreimal get\u00f6tet wurde, so z\u00e4h ist das. Und der Reis? Der ist kalt. Das werde ich nachher sagen, wenn man mich fragt. Und Trinkgeld gibt es auch nicht. \u201eTrinkgeld? Niemals. Ich habe noch nicht mal etwas warmes im Bauch\u201c, werde ich sagen, wenn man mich fragt. Ein Pluspunkt ist die W\u00fcrze Man soll nicht nur schimpfen, sondern auch schauen, wo man loben kann. Das Essen ist scharf. Ein Extrapott scharfe So\u00dfe steht auf dem Tisch, um es noch sch\u00e4rfer zu machen.<br \/>\nZu Hause habe ich auch eine scharfe So\u00dfe, mit der ich meine mi\u00dfratenen Kochversuche zu retten versuche. Hier im chinesischen oder thail\u00e4ndischen Restaurant stehen die Pullen scharfe So\u00dfe auf jedem Tisch. Der Gast darf den kalten Reis gerne sch\u00e4rfen und das zweifellos tote Tier kann auch einen Schlag scharfe So\u00dfe vertragen. So geht es. Wenn es nicht schmeckt, mach es scharf. So kriege ich den Teller leer.<br \/>\nIch winke nach der Rechnung, also der Kellnerin. Schwups steht eine Chinesin oder Thail\u00e4nderin am Tisch.<br \/>\n\u201eHat es Ihnen geschmeckt, der Herr?\u201c<br \/>\n\u201eSehr gut. Danke.\u201c Oh, ich verabscheue mich.<br \/>\n\u201e12,40 Euro, bitte. Der Herr\u201c<br \/>\n\u201eVierzehn, danke.\u201c Oh, wie ich mich verabscheue. Ich reiche ihr einen Zwanziger.<br \/>\n\u201eDanke der Herr.\u201c Sie lacht, lacht mich aus und gibt mir auf Zwanzig heraus. Und ich? Ich sch\u00e4me mich f\u00fcr meine Feigheit. Nicht in der Lage ihr die Wahrheit zu sagen. Auch noch die L\u00fcge mit einem Trinkgeld unterstreichen. Ja, ich sch\u00e4me mich. Und sp\u00e4ter gibt es auch noch Bauchschmerzen wegen der scharfen So\u00dfe. \u201eVon so einer scharfen So\u00dfe hat man zweimal was\u201c, sagt die Frau immer. Beim zweiten Mal werde ich mich daran wieder erinnern. Und sch\u00e4men. Und der Reis war auch kalt. Noch nicht mal was Warmes im Bauch. Dabei ist das so Wichtig, was Warmes im Bauch zu haben, sagt Mutter immer. Gerade an einem Montag. Zu Beginn der langen Arbeitswoche braucht man was Warmes im Bauch. Ach Montag. Du &#8230;du Air Wolf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnster. Montag, 8 Januar. Mittagspause. Ich sitze bei einem Chinesen oder Thail\u00e4nder bestelle Reis mit Huhn. 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