Über Sportreporter, Spielsucht und Promi Big Brother

Scham und Schande. Ein Hühnerleben.

In meiner Zeitung steht ein Interview mit Werner Hansch. Sportreporter. Die Frau sagt, dass die Schwiegermutter, also ihre Mutter, den Werner hasst. „Weil der immer so blöd rumlabert“, sagt sie. Die Schwiegermutter ist mein Klischee, denke ich, aber ich schweife ab.

In der Zeitung schreiben sie, Werner Hansch schämt sich. Er schämt sich, weil er spielsüchtig war (Aber lieber Werner: „Einmal süchtig, immer süchtig!“). Um seine Schulden zu bezahlen, hat er an Promi Big Brother teilgenommen. Für den Container Aufenthalt gab es 100 000 Euro Schmerzensgeld (Siegesprämie). Jetzt schämt er sich doppelt. Wegen der Spielsucht und dem Container.

Glücklicherweise kann er sich damit rausreden, dass Minus (Spielsucht) mal Minus (Big Brother) Plus ergibt (ohne Spielsucht kein Big Brother kein Geld). Ich denke, dass er sicher auch für das Interview noch ein paar Euro bekommen hat (Vielleicht für eine kleine Pferdewette, lieber Herr Hansch!?). Somit hat er sogar ein Doppel- Plus, was glücklicherweise Plus bleibt.

Das Interview steht übrigens unter der Rubrik Unterhaltung. Unterhaltung dient, laut Wikipedia, der Zerstreuung und Belustigung. „Ach so“, frohlocke ich. Deswegen fühle ich mich so belustigt. Das erklärt ja vieles. Den Opa zum Beispiel. Aucb wenn der Opa eher nicht lustig war, konnte er schon unterhalten. Ein Mann mit Ecken und Kanten und noch mehr Kanten und Kanten. Eigentlich war der Opa nur Kante auf Kante. Der Opa sagte früher gerne, dass es immer einen gibt, der noch tiefer in der Scheiße steckt. Opa war im Krieg (Russland), da stand er oft tief in der Scheiße. Er wusste, wovon er redet.  Jedenfalls las Opa auch immer gerne Zeitung. Oft hat er danach geschimpft und gesagt, dass er die Sozis hasst. Und die Sportreporter. Ich kannte die Sozis nicht (Sportreporter eigentlich auch nicht), war aber sehr beeindruckt von diesem ganzen Hass und der Scheiße.

Was will ich damit erzählen? Nichts. Ich wollte mich nur unterhalten und am Ende kurz ein „Liebe“ in den letzte Zeile flüstern. Also ohne Scham, aber mit Charme: „Liebe.“

Wie klingt eigentlich „Unterhaltung“?